Angelschnur
Angelschnur: Monofil, geflochten oder Fluorocarbon?
Die Angelschnur ist die einzige Verbindung zwischen dir und dem Fisch. Reißt sie, ist der Fang verloren und der Fisch schwimmt im schlimmsten Fall mit Haken davon. Die richtige Schnur hängt von Zielfisch, Methode und Gewässer ab. Hier bekommst du einen Überblick über die wichtigsten Schnurarten und ihre Stärken.
Monofile Schnur: der vielseitige Klassiker
Monofile Schnur besteht aus einem einzelnen Kunststofffaden, meist Nylon. Sie dehnt sich unter Last und puffert so Kopfstöße und plötzliche Fluchten ab. Sie ist abriebfest, einfach zu knoten und gut für das Posen-, Grund- und Forellenangeln geeignet. Der Nachteil: Durch die Dehnung kommen Bisse auf große Distanz weniger direkt an.
Geflochtene Schnur: dünn, stark und direkt
Geflochtene Schnur besteht aus mehreren verflochtenen Fasern. Sie hat kaum Dehnung und bei gleichem Durchmesser eine deutlich höhere Tragkraft als Monofil. Jeder Zupfer am Köder kommt direkt in der Rute an. Deshalb ist sie beim Spinnfischen auf Zander, Barsch und Hecht sehr beliebt. Weil sie gut sichtbar und weniger abriebfest ist, kombinierst du sie meist mit einem Vorfach.
Fluorocarbon: unauffällig als Vorfach
Fluorocarbon bricht das Licht ähnlich wie Wasser und ist dadurch unter Wasser schwer zu sehen. Es ist steifer und abriebfester als normale Monofilschnur. Meist wird es als Vorfach zwischen Hauptschnur und Köder eingesetzt, besonders bei klarem Wasser und vorsichtigen Fischen.
Stahl- und Titanvorfächer für den Hecht
Hechte haben sehr scharfe Zähne. Monofil, Fluorocarbon und geflochtene Schnur können sie durchbeißen. Beim gezielten Hechtangeln und überall dort, wo mit Hechten zu rechnen ist, gehört deshalb ein bissfestes Vorfach aus Stahl, Titan oder dickem Hardmono an die Montage. Fertige Lösungen findest du bei den Vorfächern und Systemen.
Kaufberatung: So wählst du die passende Schnur
- Methode: Für Pose und Grund ist Monofil oft die einfachste Lösung. Beim Spinnfischen spielt geflochtene Schnur ihre Vorteile aus.
- Durchmesser und Tragkraft: Wähle die Schnur so dünn wie möglich und so stark wie nötig. Die Tragkraft-Angaben verschiedener Hersteller sind nicht immer direkt vergleichbar.
- Rolle: Prüfe die Schnurfassung deiner Spule und spule die Schnur bis knapp unter den Spulenrand auf. Mehr zur Rollengröße liest du bei den Angelrollen.
- Gewässer: Bei Hindernissen wie Steinen, Muscheln oder Holz zählt Abriebfestigkeit mehr als ein möglichst dünner Durchmesser.
- Farbe: Auffällige Farben helfen dir, Bisse an der Schnur zu sehen. Unauffällige Farben oder ein Vorfach sind bei scheuen Fischen besser.
Für besonders kräftige Fische gibt es eigene Schnüre, zum Beispiel Schnüre für das Karpfenangeln und Schnüre für das Welsangeln.
Pflege und Wechsel
Schnur altert. Sonne, Wärme und Abrieb machen sie mit der Zeit spröde. Prüfe die vorderen Meter regelmäßig und schneide beschädigte Stücke ab. Monofile Schnur solltest du öfter wechseln als geflochtene. Alte Schnurreste gehören in den Müll und nicht ans Ufer, denn Vögel und andere Tiere können sich darin verfangen.
Häufige Fragen zur Angelschnur
Welche Schnur ist für Anfänger am besten?
Eine monofile Schnur. Sie verzeiht Fehler im Drill durch ihre Dehnung, ist günstig und lässt sich leicht knoten.
Brauche ich bei geflochtener Schnur ein Vorfach?
In den meisten Fällen ja. Ein Vorfach aus Fluorocarbon oder Monofil ist unauffälliger und abriebfester. Beim Hechtangeln ist ein bissfestes Vorfach Pflicht.
Wie oft sollte ich meine Schnur wechseln?
Das hängt davon ab, wie oft du angelst. Spätestens wenn die Schnur rau, kraus oder spröde wird, solltest du sie ersetzen. Viele Angler wechseln monofile Schnur mindestens einmal pro Saison.